
Künftiger Abbau von Bodenschätzen soll zum Wiederaufbau des Landes beitragen.
Ukrainische Rohstoffe gegen weitere militärische und wirtschaftliche Hilfe: Diesen „Deal“ hatte US-Präsident Donald Trump dem von Russland angegriffenen Land kürzlich vorgeschlagen (wir berichteten). Nach intensiven und zum Teil öffentlich ausgetragenen Auseinandersetzungen über die Bedingungen hätten Kiew und Washington sich nun auf ein Abkommen geeinigt, schreibt unter anderem die Financial Times. Den Medienberichten zufolge sollen die USA Zugriff auf Bodenschätze der Ukraine wie Seltene Erden, aber auch Öl und Gas, erhalten. 50 Prozent der Einnahmen aus dem künftigen Abbau dieser Ressourcen sollen in einen Fonds zum Wiederaufbau der Ukraine fließen, der von beiden Ländern verwaltet wird. Weitere Details sollen in Folgeverträgen geklärt werden.
Explizite Sicherheitsgarantien, auf die die ukrainische Regierung zuletzt bestanden hatte, seien im aktuellen Vertragstext nicht zu finden. Die ursprüngliche Forderung, zunächst 500 Milliarden US-Dollar der potenziellen Einnahmen als Gegenleistung für die bereits erfolgte Militärhilfe zu erhalten, hätten die USA dagegen fallen gelassen. Am Freitag soll der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj der Financial Times zufolge zur Unterzeichnung nach Washington reisen.
Laut einer Analyse des Deutschen Bundestages (PDF) verfügt das osteuropäische Land unter anderem über Reserven an Titan, Lithium und Seltenen Erden. Die US-Denkfabrik Center for Strategic and International Studies weist jedoch darauf hin, dass die Daten zu einem möglichen wirtschaftlichen Abbau begrenzt seien. Zudem hätte der Krieg wichtige, auch für den Bergbau nötige Infrastruktur zerstört, etwa im Bereich der Energieversorgung. Eine weitere Herausforderung ist die weitere Verarbeitung der Rohstoffe, da China diesen Teil der Wertschöpfung dominiert und entsprechende Kapazitäten in den USA wie in Europa erst im Aufbau sind.
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