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Vietnam und die EU vertiefen ihre Zusammenarbeit – auch Rohstoffe im Fokus

gepostet am vor 1 Monat

Das südostasiatische Land ist ein wichtiger Produzent von Wolfram und verfügt über große, bislang weitgehend ungenutzte Reserven anderer kritischer Mineralien wie Seltener Erden.

Die Europäische Union und Vietnam sind bereits durch verschiedene Kooperationen wie ein Freihandelsabkommen verbunden, nun wollen beide Seiten ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen weiter vertiefen. Eine entsprechende Erklärung wurde am Donnerstag in Hanoi von hochrangigen Regierungsvertretern unterzeichnet. Die geplante Zusammenarbeit umfasst neben Halbleiterlieferketten und Energie auch den Bereich kritischer Mineralien. Laut dem gemeinsamen Statement sollen nachhaltiger Abbau und Verarbeitung dieser Materialien gefördert werden.

Das südostasiatische Land besitzt beträchtliche Vorkommen verschiedener Rohstoffe. Zwar trägt der Bergbau bislang nur etwa drei Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und ist überwiegend von regionaler Bedeutung, doch insbesondere die Förderung kritischer Mineralien soll künftig deutlich ausgeweitet werden.

Schon heute produziert Vietnam mehrere Rohstoffe (PDF), die wichtig für zahlreiche europäische Industrien sind und von der EU-Regierung teilweise sogar als kritisch eingestuft werden. So zählt das Land zu den wichtigsten Wolframlieferanten außerhalb Chinas – ein Hartmetall, das in zahlreichen zivilen und militärischen Anwendungen unverzichtbar ist. Darüber hinaus ist Vietnam ein bedeutender Produzent von Bauxit, dem Hauptrohstoff zur Fertigung von Aluminium und eine der wichtigsten Quellen für die Gewinnung von Gallium. Ergänzt wird das Portfolio durch bislang eher kleinere Mengen an Bismut, Flurospar, Antimon und Mangan.

Große Seltenerdvorkommen, fehlende Kapazitäten zur Weiterverarbeitung

Auch die Vorkommen Seltener Erden gehören zu den größten bekannten, wenngleich der U.S. Geological Survey seine Schätzung im vergangenen Jahr deutlich nach unten korrigiert hat. Im Sommer 2023 kündigte die vietnamesische Regierung an, die Förderung Seltener Erden massiv hochfahren zu wollen. Mehrere Unternehmen sind bereits in globale Lieferketten eingebunden. Auch der nachgelagerte Teil der Wertschöpfungskette soll gestärkt werden, dazu hat Vietnam unter anderem den Export unverarbeiteter Seltener Erden untersagt und Kooperationen mit Weltmarktführer China sowie Partnern aus Australien angestoßen. Veredelte Produkte sollen insbesondere dem aufstrebenden heimischen Markt für Elektrofahrzeuge zugutekommen.

Mehr zur EU und ihren Rohstofflieferketten: Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen und einer Neuordnung globaler Handelsbeziehungen sucht die EU verstärkt nach neuen Partnerschaften. Neben Vietnam rücken dabei unter anderem Indien sowie Staaten in Südamerika in den Fokus.

Photo: Fertnig, Firma Saputra, Route 66 via Canva, Montage Rohstoff.net

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