Rohstoff-Club soll Gegengewicht zu China schaffen.
China dominiert die Produktion zahlreicher Rohstoffe und hat damit einen entscheidenden Hebel bei der Preissetzung und der weltweiten Versorgung. Staaten, die ihre Lieferketten diversifizieren wollen, müssten bereit sein, für das Material einen Aufpreis zu zahlen, zitiert die Financial Times (Paywall) den Handelsbeauftragten der USA, James Greer. Greer arbeite derzeit an Vorschlägen, wie ein Zusammenschluss verbündeter Staaten („Rohstoff-Club“) Mindestpreise für kritische Mineralien festlegen und damit die Abhängigkeit von China verringern sowie stabilere, geopolitisch abgesicherte Lieferketten schaffen könnte.
Im vergangenen September hatte die US-Regierung Gespräche über einen solchen Club mit Vertretern der G7-Staaten und der Europäischen Union gestartet (wir berichteten). Laut der Financial Times befürchten potenzielle Teilnehmerstaaten allerdings steigende Kosten für Industrie und Verbraucher, zusätzlichen Inflationsdruck sowie mögliche Gegenmaßnahmen Chinas, die den internationalen Handel weiter belasten könnten.
Grundsätzlich neu ist die Idee eines gemeinsamen Marktplatzes für Rohstoffe, die in befreundeten Ländern produziert werden, nicht. Schon die Vorgängerregierung unter Joe Biden hatte für den Aufbau eines solchen Netzwerkes geworben, die EU-Kommission brachte ein vergleichbares Konstrukt 2022 ins Spiel, damals als Reaktion auf die staatlichen Beihilfen im Rahmen des US Inflation Reduction Acts.
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