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Rückverfolgbarkeit soll Rohstoffrisiken reduzieren – Umsetzung hinkt hinterher

gepostet am vor 2 Stunden

Report von IEA und OECD zeigt Fortschritte, aber auch anhaltende Hürden wie hohe Kosten und fehlende internationale Standards. Besonders bei Seltenen Erden erschweren strukturelle Herausforderungen die weitere Verbreitung.

Neue Exportauflagen aus China und zunehmende geopolitische Spannungen haben im vergangenen Jahr erneut die Versorgungsrisiken bei kritischen Rohstoffen deutlich gemacht. Während die Lieferketten – insbesondere in der Verarbeitung und Raffination – stark konzentriert bleiben und die Nachfrage nach Lithium, Seltenen Erden und Co. steigt, kann der Ausbau alternativer Bezugsquellen kaum Schritt halten. Das zeigt ein neuer Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) gemeinsam mit der OECD.

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche politische Maßnahmen entwickelt, um diese Risiken zu verringern. Bei den Ansätzen, die auf Diversifizierung der Lieferketten und auch nachhaltige, verantwortungsvolle Beschaffung setzen, sind Systeme zur Rückverfolgbarkeit ein zentrales Instrument. Eine Umfrage von IEA und OECD in mehr als 80 Unternehmen hat ergeben, dass rund zwei Drittel bereits solche Mechanismen nutzen. Akteure im Upstream-Bereich sind dabei deutlich aktiver als solche aus dem Midstream- und Downstream-Sektor. Besonders verbreitet sind Rückverfolgbarkeitssysteme in den Kobalt-Lieferketten. Bei Seltenen Erden gibt es der Umfrage zufolge zwar großes Interesse, doch werde die Umsetzung durch strukturelle Probleme erschwert. Dazu zählen die oft nur geringen verwendeten Mengen dieser Rohstoffe in Bauteilen, allgemeine oder unspezifische Kennzeichnungen, aber auch Bedenken wegen Geschäftsgeheimnissen.

Ausbau von Rückverfolgbarkeitssystemen könnte Investitionsrisiko senken

Die Umfrage zeigt außerdem, dass die Systeme oft unvollständig sind. Zwar erfassen fast alle Unternehmen Angaben zum Herkunftsland, detaillierte Informationen wie zu Umweltauswirkungen oder zur Unternehmensverantwortung werden jedoch deutlich seltener erhoben. Gleichzeitig könnten diese Informationen helfen, Investitionen anzuziehen und entsprechende Risiken zu reduzieren, vor allem in Lieferketten, die teilweise noch im Aufbau und weniger standardisiert sind, wie für Graphit, Seltenen Erden oder Lithium.

Die Autoren nennen vor allem hohe Kosten, fehlende Kompatibilität zwischen den Systemen und geringe Anreize zum Datenaustausch als Hürden beim weiteren Ausbau. Politischen Entscheidungsträgern empfehlen sie gezielte finanzielle Unterstützung vor allem für vorgelagerte und kleinere Akteure in den Lieferketten. Zudem sollten internationale Standards besser aufeinander abgestimmt werden, um Daten besser vergleichbarer und leichter nutzbar zu machen.

Photo: Aflo Images via Canva

 

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