In ihrer Rede zur Lage der Union kündigte Ursula von der Leyen eine neue Initiative an, um die gemeinsame Beschaffung und Bevorratung wichtiger Materialien zu erleichtern.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will die Bevorratung kritischer Rohstoffe in Europa ausbauen. Das kündigte sie am Mittwoch in ihrer jährlichen Rede zur Lage der Union vor dem Europäischen Parlament in Straßburg an.
Eine neue „European Corporation on Critical Raw Materials“ soll die gemeinsame Beschaffung und Bevorratung von Materialien unterstützen, die unter anderem für Elektroautos, Chips, Batterien, Clean Tech und Militärtechnik benötigt werden. Noch immer sei der Staatenblock bei vielen kritischen Rohstoffen zu mehr als 80 Prozent von China abhängig, so von der Leyen, bei einigen Seltenen Erden zu 90 Prozent. Obwohl es Fortschritte gab, müsse Europa seine Bezugsquellen weiter diversifizieren – zumal auch andere Länder dieses Ziel verfolgten.
Erste Schritte für gemeinsame Rohstoffvorräte bereits erfolgt
Die Pläne bauen auf früheren Maßnahmen zur Stärkung der europäischen Rohstoffversorgung auf. In ihrer Rede zur Lage der Union 2022 prognostizierte von der Leyen, Lithium und Seltene Erden würden bald „wichtiger als Öl und Gas“, und kündigte den Critical Raw Materials Act (CRMA) an. Das im Mai 2024 in Kraft getretene Gesetz gibt der EU bis 2030 Zielmarken wie für den heimischen Abbau und das Recycling bestimmter Rohstoffe vor. Auch erste Schritte für gemeinsame EU-Vorräte an strategischen Materialien sind vorgesehen, wie eine bessere Überwachung der Lieferketten.
Konkreter wurden diese Pläne Ende 2025 mit dem Maßnahmenpaket RESourceEU. Im April 2026 startete zudem eine EU-Plattform für die gemeinsame Rohstoffbeschaffung, um die Nachfrage europäischer Unternehmen zu bündeln und dadurch bessere Preise sowie stabilere Lieferbedingungen zu ermöglichen.
Trotz der bisherigen Maßnahmen und Erfolge – auch von Seiten der Unternehmen – bleibt die Rohstoffsicherung in der EU eine Herausforderung, wie unter anderem der Europäische Rechnungshof Anfang des Jahres in einem Bericht aufzeigte.
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