Der wichtigste Hersteller von Seltenen Erden außerhalb Chinas profitiert von höheren Preisen und Nachfrage für seine Produkte. Gleichzeitig belasten technische Probleme und deutlich gestiegene Kosten den Ausbau alternativer Lieferketten.
Der australische Seltenerdproduzent Lynas meldet (PDF) für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres 2026 einen Rekordumsatz. In den drei Monaten bis Ende Juni wurden umgerechnet rund 202 Millionen US-Dollar erzielt – der höchste Quartalsumsatz seit vier Jahren. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um 70 Prozent. Als Gründe gibt der Bergbaukonzern unter anderem höhere Verkaufspreise für Neodym-Praseodym (NdPr) und einen größeren Anteil besonders gefragter schwerer Seltener Erden im Produktmix an. Auch die steigende Nachfrage nach Lieferketten außerhalb Chinas habe eine Rolle gespielt.
Operativ gab es jedoch Herausforderungen: Die Gesamtproduktion von Seltenerdoxid stieg zwar leicht auf 3.481 Tonnen, die Menge an NdPr sank jedoch von 1.996 auf 1.857 Tonnen. Als Ursachen nennt Lynas Probleme bei der Wasseraufbereitung in seinem Bergwerk Mt Weld in Australien sowie Schwankungen bei der Erzqualität. Dies habe die Weiterverarbeitung im australischen Kalgoorlie und in der Raffinerie in Malaysia beeinträchtigt.
Erweiterung der Lieferketten wird teurer als gedacht
Auch beim Ausbau der Kapazitäten sah Lynas sich mit Rückschlägen konfrontiert, denn die geplante Anlage für schwere Seltene Erden in Malaysia wird deutlich teurer. Die Kostenschätzung stieg von umgerechnet rund 126 auf 206 Millionen US-Dollar. Zu den Gründen zählen zusätzliche Technik, um höhere Qualitätsanforderungen zu erfüllen, und teurere, da nicht in China gefertigte Ausrüstung.
Fortschritte meldete der Bergbaukonzern hingegen beim Ausbau seines Produktportfolios. Nach der ersten Produktion von Samariumoxid im März könnten im laufenden Quartal bereits Kunden beliefert werden. Als Nächstes soll die Herstellung von Gadolinium, Yttrium und später Lutetium folgen. Alle vier gehören zu den sieben Seltenerdelementen, deren Export Hauptproduzent China im April 2025 unter strenge Auflagen gestellt hat. Produzenten außerhalb der Volksrepublik arbeiten seitdem umso stärker daran, ihr Angebot zu erweitern und die kritische Versorgungslage zu verbessern. Lynas wird dabei häufig als einer der wichtigsten Hoffnungsträger für den Aufbau westlicher Lieferketten genannt und erhält unter anderem Unterstützung von der US-Regierung.
Photo: genkur via Canva

