Handelsungleichgewicht, Marktzugang, Rohstoffversorgung: Bis Anfang Oktober erwartet Brüssel konkrete Schritte.
In ihrem Handelsstreit mit China hatte die EU im Juni Fortschritte bis Oktober gefordert. Nun hat der Staatenblock an diese Frist erinnert und den Druck erhöht. Bis Anfang des kommenden Monats müsse Peking Bereitschaft zur Zusammenarbeit zeigen und konkrete Schritte einleiten, sagte EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič laut Reuters bei einer Podiumsdiskussion in Berlin.
Die EU verlangt von China Maßnahmen gegen das wachsende Handelsungleichgewicht. 2025 erreichte das Defizit der EU im Warenhandel mit China nach Eurostat-Daten knapp 360 Milliarden Euro. Während die europäischen Exporte nach China gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent zurückgingen, stiegen die Importe aus China um 6,4 Prozent.
Ebenso hat der Staatenblock einen besseren Marktzugang für europäische Unternehmen gefordert und die Versorgung mit kritischen Gütern angesprochen. Im Juni verwies Šefčovič dabei auf Exportkontrollen, mit denen China als weltweit wichtigster Produzent die Ausfuhr bestimmter Seltenerdprodukte reguliert. Jetzt nannte er zusätzlich Klarheit über die Ausfuhr von Legacy-Chips, also Halbleiterchips, die mit älteren, aber weiterhin verbreiteten Fertigungsverfahren hergestellt werden. Der EU-Kommissar schlug zudem vor, zunächst Pilotprojekte für einzelne Produktgruppen zu vereinbaren, um die Probleme idealerweise durch Konsultationen zu lösen.
Anfang Oktober will Šefčovič nach Peking reisen, um die Handelsgespräche fortzusetzen und die bis dahin erzielten Fortschritte zu bewerten. Bleiben konkrete Ergebnisse aus, dürfte nach seinen Worten der politische Druck in der EU wachsen, nach anderen Lösungen zu suchen.
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