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Trotz Politik – Technologiebranche bleibt weiter stark

gepostet am vor 3 Stunden

Sind wir über’n Berg? Meine Zweifel sind noch nicht verflogen. Weder für unsere Politik noch für die deutsche Wirtschaft kann man aufatmen. Das bestätigen auch diverse Analystenmeinungen der vergangenen Woche. Geblieben ist allerdings die erstaunliche Widerstandskraft führender Aktienmärkte selbst bei negativen Nachrichten.

Technologiebranche bleibt favorisiert

Interessant ist die unverändert positive Einschätzung des bisher schon favorisierten Technologiesektors. Im Einzelnen schreibt dazu Morningstar in seiner jüngsten Analyse:

Technologieaktien haben sich im Verlauf des bisherigen Börsenjahres einmal mehr als volatil erwiesen. Nach einem schwierigen ersten Quartal gewann der Sektor im zweiten Quartal wieder an Fahrt, da sich die Stärke bei Halbleitern und Hardware fortsetzte und der Ausverkauf bei Software nachließ. Im Juli brachen die Kurse dann wegen der Bedenken über die enormen Ausgaben für den Ausbau der KI erneut ein.

Bislang schneiden die größten Technologieunternehmen in diesem Jahr jedoch weiterhin besser ab als der Gesamtmarkt: Der Morningstar Global Technology Index legte um 32 Prozent zu, während der Morningstar Europe Index um 13 Prozent stieg und der Morningstar Index für globale Märkte in Euro um 16 Prozent anzog.

Der Boom im Bereich der künstlichen Intelligenz ist nach wie vor das dominierende Anlagethema der Branche. Allerdings verläuft die Kursentwicklung zunehmend uneinheitlich: Während Hardware- und Chiphersteller profitieren, haben Teile der Softwarebranche mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die langfristigen Aussichten für KI, Cloud Computing und die Digitale Transformation sind zwar nach wie vor vielversprechend. Doch nach mehreren Jahren überdurchschnittlicher Gewinne richten Anleger ihren Fokus zunehmend auf die Bewertungen und darauf, welche Unternehmen letztendlich ihre massiven Technologieinvestitionen in nachhaltige Gewinne umwandeln werden.

Börsengehandelte Fonds sind attraktiv

Für Anleger, die ein diversifiziertes Engagement anstreben, bieten technologieorientierte börsengehandelte Fonds (ETFs) eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, an diesen Trends teilzuhaben, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen. Diese Kategorie ist jedoch keineswegs homogen: Die Fonds weisen sehr unterschiedliche Gewichtungen bei Themen wie künstliche Intelligenz, Robotik, Halbleiter, Cloud Computing und der digitalen Wirtschaft im weiteren Sinne auf.

Was sind ETFs für die Technologiebranche?

Diese Fonds investieren hauptsächlich in Aktien von Unternehmen, die im Technologiesektor tätig sind, darunter Hardware, Software, Halbleiter, Netzwerktechnik und internetbezogene Unternehmen. Einige Fonds haben möglicherweise einen Fokus auf ein bestimmtes Technologiesegment. Zu dieser Kategorie gehören auch thematische Fonds, die darauf abzielen, von technologischen Innovationen und dem digitalen Wandel zu profitieren, beispielsweise in den Bereichen künstliche Intelligenz und Big Data, Cloud Computing, Cybersicherheit, digitale Wirtschaft, digitale Medien und Fintech. Fonds dieser Kategorie investieren mindestens 75 Prozent ihres Gesamtvermögens in Aktien.

Argumente für Technologieaktien

Für die relative Attraktivität des Technologiesektors sprechen derzeit jedoch noch weitere Argumente. Viele führende Konzerne verfügen über hohe freie Mittelzuflüsse, solide Bilanzen und wiederkehrende Erlöse aus Abonnements, Cloud-Diensten und digitalen Plattformen. Das macht sie widerstandsfähiger gegen konjunkturelle Schwächephasen und erlaubt zugleich hohe Ausgaben für Forschung, Rechenzentren und neue Produkte. Hinzu kommt: Der Ausbau der KI-Infrastruktur ist längst kein isoliertes Börsenthema mehr, sondern ein mehrjähriger Investitionszyklus, der Halbleiter, Speicher, Netzwerktechnik, Kühlung, Cybersecurity und Unternehmenssoftware erfasst. Weil Anwendungen zunehmend vom Training großer Modelle in den produktiven Einsatz wechseln, können sinkende Nutzungskosten die Nachfrage zusätzlich verbreitern.

Auch der politische Gegenwind hat eine zweite Seite. Exportkontrollen, Subventionen und das Streben nach technologischer Souveränität verteuern zwar Lieferketten, zwingen Staaten und Unternehmen aber zugleich zu Investitionen in heimische Chipfertigung, sichere Cloud-Strukturen und widerstandsfähige digitale Infrastruktur. Schließlich bleibt Technologie ein zentraler Hebel für Produktivität: Unternehmen müssen trotz Fachkräftemangel und Kostendruck automatisieren, Daten besser nutzen und Prozesse beschleunigen. Das schafft Nachfrage auch dann, wenn das allgemeine Wachstum schwächelt. Entscheidend bleibt allerdings die Auswahl: Attraktiv sind vor allem Anbieter mit Preissetzungsmacht, belastbaren Margen und klarer Aussicht, hohe Investitionen in nachhaltige Gewinne zu verwandeln; überzogene Bewertungen und politische Eingriffe bleiben die wichtigsten Risiken.

Kurz- und langfristige Investments differenzieren

Welche Strategien sind in diesem Umfeld für Sie jetzt angesagt? Risikobegrenzung ist auch durch eine Differenzierung der Anlegerziele zumindest möglich. Was heißt dies konkret? Gehen Sie am besten konjunktur- und zinsempfindlichen Aktien bis auf Weiteres aus dem Weg, geschätzte Anleger. Neben den aktuellen Konjunkturdaten und -prognosen dürften vor allem die Inflations- und Zinsperspektiven auch an der deutschen Börse immer wieder für Unsicherheit sorgen. Die Zinsen sind nun einmal ein zentrales Element nicht nur für Anleihen.

Sollten Sie unbedingt jetzt investieren wollen, so stelle ich – neben dem Technologiesektor – meine klassischen Langfrist-Märkte in den Vordergrund. Denn ich gehe davon aus, dass der Bedarf an Rohstoffen weltweit (!) weiter steigen wird.

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