Nach einer kurzzeitigen Erholung im Mai ist Chinas Export der Technologiemetalle Gallium und Germanium im Juni wieder drastisch gesunken. Das zeigen neueste Zahlen der chinesischen Zollbehörde.
Während im Vormonat noch 6.200 Kilogramm Gallium ausgeführt wurden, verließen im Juni nur 200 Kilogramm Material das Land. Das entspricht einem Rückgang von rund 97 Prozent. Auch im Vorjahreszeitraum hatte China mit 4.260 Kilogramm deutlich mehr Gallium exportiert.
Von den 200 Kilogramm gingen 150 nach Südkorea, der Rest nach Vietnam. Damit zeigt sich eine Verschiebung bei den Empfängerländern, denn im bisherigen Jahresverlauf zählte vor allem Deutschland zu den wichtigen Abnehmern. Im Mai hatte zudem Japan Gallium erhalten, bislang einmalig, seit China im Januar verschärfte Exportkontrollen gegenüber dem Land eingeführt hat.

Bei Germanium brachen die Exporte im Juni ebenfalls ein. Nach 1.134 Kilogramm im Mai führte China nur noch 620 Kilogramm aus – ein Rückgang von rund 45 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat fiel die Menge jedoch deutlich höher aus, denn im Juni 2025 waren lediglich 96 Kilogramm ausgeführt worden.

Von den 620 Kilogramm ging nahezu die gesamte Menge nach Russland, das bereits in den Vormonaten zu den bevorzugten Exportzielen zählte. Armenien erhielt lediglich drei Kilogramm.
Die Technologiemetalle Gallium und Germanium sind essentiell für zahlreiche zivile und militärische Anwendungsgebiete wie die Halbleiterproduktion. Hauptproduzent China hat die Ausfuhr der beiden Rohstoffe und großer Teile ihrer Wertschöpfungsketten im Sommer 2023 unter strenge Auflagen gestellt. Seitdem sind die Handelsströme noch volatiler geworden als zuvor und hängen teils von den aktuellen politischen Beziehungen zu den jeweiligen Empfängerländern ab.
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