Für Europas größtes dokumentiertes Vorkommen der kritischen Rohstoffe soll spätestens 2028 ein Gebietsplan vorliegen.
Norwegens Regierung hat mit der Ausarbeitung eines staatlichen Gebietsplans für das Seltenerdvorkommen Fen begonnen. Er soll klären, welche Flächen für den möglichen Abbau und die Verarbeitung der Rohstoffe benötigt werden. Auch die Lagerung und Nutzung von Bergbaurückständen wird miteinbezogen. Die Regierung strebt die Fertigstellung bis spätestens 2028 an.
Zunächst legt das norwegische Wirtschaftsministerium in einem Planungsprogramm fest, welche möglichen Folgen für Umwelt und Bevölkerung untersucht werden und wie die Öffentlichkeit beteiligt wird. Ein Entwurf dafür soll möglichst früh im kommenden Jahr zur Anhörung vorgelegt werden.
Nach Angaben des norwegischen geologischen Dienstes ist Fen in der Region Telemark das größte dokumentierte Seltenerdvorkommen Europas. Entwickelt wird das Projekt vom privaten norwegischen Unternehmen Rare Earths Norway. Die Gemeinde Nome, in deren Gebiet die Lagerstätte liegt, bat die Regierung im Frühjahr 2026, das Planungsverfahren zu übernehmen. Grund war, dass bei einer möglichen Erschließung lokale und nationale Interessen miteinander abgewogen werden müssen.
Tatsächlicher Abbaubeginn: noch offen
Wann in Fen tatsächlich Rohstoffe gefördert werden können, bleibt offen, denn auch nach Abschluss des Gebietsplans für 2028 wären weitere Genehmigungen erforderlich. Ob ein Bergwerk also zu den für 2030 festgelegten Zielen des Critical Raw Materials Act der EU beitragen könnte, ist fraglich. Da Norwegen kein Mitgliedsstaat ist, könnte Fen zwar nicht zum Ziel beitragen, den heimischen Bergbau zu steigern, wohl aber zur Diversifizierung der Bezugsquellen. Denn das Gesetzespaket soll die EU auch unabhängiger von einzelnen Lieferländern wie China machen: Bis 2030 sollen höchstens 65 Prozent ihres Bedarfs an einem strategischen Rohstoff aus demselben Drittland stammen.
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