Absichtserklärung mit Viridis unterzeichnet. Neodym, Terbium und Co. aus dem Colossus-Projekt sollen im französischen La Rochelle aufbereitet werden.
Der belgische Chemiekonzern Solvay spielt eine Schlüsselrolle beim Aufbau von Europas Wertschöpfungsketten für Seltene Erden. In La Rochelle in Südfrankreich betreibt das Unternehmen eine der wenigen Anlagen zur Trennung der kritischen Rohstoffe außerhalb Chinas. Ein Teil des Rohmaterials soll künftig aus Brasilien kommen, dazu wurde eine entsprechende Absichtserklärung mit Viridis Mining and Minerals unterzeichnet.
Das australische Bergbauunternehmen entwickelt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais die Lagerstätte Colossus. Geologischen Untersuchungen zufolge soll diese eine ergiebige Quelle für die besonders begehrten schweren Seltenen Erden sein, die bislang fast ausschließlich in China raffiniert werden. Viridis hatte erst vor wenigen Tagen bekanntgegeben, bevorzugt westliche Abnehmer mit seinen Produkten beliefern zu wollen.
Die Zusammenarbeit mit Viridis sei ein bedeutender Beitrag für die Stärkung und Diversifizierung der Lieferkette, sagte An Nuyttens, Präsidentin des Geschäftsbereichs Special Chem bei Solvay. Zugleich unterstütze sie das Ziel, bis 2030 rund 30 Prozent des europäischen Bedarfs an Seltenen Erden für Permanentmagnete zu decken. Solvay hat seine Raffinerie bereits 1948 in Betrieb genommen und das Portfolio der dort aufbereiteten Seltenen Erden sukzessive erweitert. Waren es in früheren Jahrzehnten vor allem Cer und Lanthan, die etwa in Abgaskatalysatoren und als Poliermittel eingesetzt werden, verschob sich der Fokus zunehmend auf Magnetwerkstoffe wie Neodym und Praseodym. Ab September des laufenden Jahres soll die Trennung der schweren Seltenerdelemente Terbium und Dysprosium möglich sein, so Nuyttens.
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