Neue Mineralstrategie soll Genehmigungen beschleunigen, Investitionen mobilisieren und Recycling stärken. Bei wichtigen Seltenerdprojekten bleiben jedoch technische, ökologische und gesellschaftliche Hürden.
Schweden hat den Abbau kritischer Metalle und Seltener Erden zum nationalen Sicherheitsinteresse erklärt. Mit einer neuen Mineralstrategie will die Regierung Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen, mehr Investitionen in den heimischen Bergbau lenken und Europas Abhängigkeit von China verringern.
Trotz großer Rohstoffvorkommen und einer bedeutenden Bergbauindustrie ziehe Schweden derzeit nur ein Prozent der weltweiten Investitionen in den Sektor an, sagte Energie- und Wirtschaftsministerin Ebba Busch bei der Vorstellung des Konzepts. Die Regierung prüfe zudem die Gründung einer staatlichen Investitionsgesellschaft für den Sektor.
Die Strategie sieht zudem eine Stärkung von Exploration und Forschung sowie mehr Recycling und Ressourceneffizienz vor.
Große Vorkommen, große Hürden
Das rohstoffreiche Schweden ist unter anderem ein führender europäischer Produzent bei Kupfer, Zink, Blei, Gold und Silber. Im nordschwedischen Kiruna betreibt der Staatskonzern LKAB zudem Europas größtes Eisenerzbergwerk. Künftig will das Unternehmen auch Seltene Erden und Phosphor als Nebenprodukte der Eisenerzproduktion gewinnen. Die EU hat das Gesamtvorhaben, zu dem ebenfalls die noch unerschlossene Lagerstätte Per Geijer gehört, als strategisches Projekt anerkannt. Bis es tatsächlich einen Beitrag zur Reduzierung der Importabhängigkeit leisten kann, dürften jedoch noch Jahre vergehen. An der Entwicklung von Per Geijer gibt es zudem Kritik, weil sie die traditionelle Lebensweise der indigenen Sami bedrohen könnte.
Weiter südlich liegt mit Norra Kärr ein weiteres, häufig als bedeutend eingestuftes Vorkommen, das vor allem schwere Seltene Erden wie Dysprosium, Terbium und Yttrium enthält. Auch hier gibt es noch Hürden auf dem Weg zum Produktionsstart. So könnte die Gewinnung der Rohstoffe kostenintensiv und technisch anspruchsvoll werden, da das Hauptmineral Eudialyt insgesamt nur geringe Konzentrationen an Seltenen Erden enthält. Zugleich gibt es auch bei diesem Projekt seit Jahren Widerstand aus der Bevölkerung, die Umweltschäden und eine Gefährdung der regionalen Trinkwasserversorgung befürchtet.
Vor diesem Hintergrund nennt Schwedens neue Mineralstrategie neben schnelleren Genehmigungen eine höhere öffentliche Akzeptanz als Ziel, unter anderem durch mögliche Beteiligung an der Wertschöpfung oder Entschädigungen. Wie wichtig die gesellschaftliche Zustimmung als Voraussetzung für neue europäische Bergbauprojekte ist, haben auch Branchenvertreter und Thinktanks wiederholt hervorgehoben.
Mehr zum Thema: Auch in Finnland hat die Regierung in jüngster Vergangenheit Maßnahmen ergriffen, um die eigenen Rohstoffressourcen besser zu nutzen und Europas Versorgungssituation zu stärken.
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