Bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar sollen die heimische Verarbeitung kritischer Rohstoffe stärken.
Der brasilianische Senat hat am Mittwoch einen Gesetzesentwurf gebilligt, der dem Land erstmals eine umfassende nationale Politik für kritische Rohstoffe geben könnte. Das Vorhaben, dem Präsident Luiz Inácio Lula da Silva noch zustimmen muss, schafft erstmals einen konkreten Finanzierungs- und industriepolitischen Rahmen für den Sektor. Vorgesehen sind unter anderem ein staatlich gestützter Garantiefonds für die Branche sowie zusätzliche Mittel für Projekte zur Aufbereitung und Weiterverarbeitung kritischer Rohstoffe.
Zugleich sollen Unternehmen stärker in Forschung, Entwicklung und technologische Innovation investieren. Ein neuer nationaler Rat soll die Industriepolitik koordinieren und förderfähige Projekte auswählen. Ziel ist es, mehr Wertschöpfung vor Ort zu halten und Brasilien stärker in den nachgelagerten Stufen der Rohstofflieferketten zu positionieren.
Das größte Land Lateinamerikas besitzt beispielsweise die weltweit zweitgrößten Reserven Seltener Erden, spielt in der Produktion bisher jedoch nur eine kleine Rolle. Schon im vergangenen Jahr betonte Präsident Lula, dass Brasilien mehr von seinem Rohstoffreichtum profitieren sollte und Investoren sich am Ausbau der industriellen Wertschöpfung beteiligen müssten. Seit einigen Jahren zieht Brasilien vermehrtes Interesse anderer Staaten auf sich, die in den dortigen Bodenschätzen eine Chance für die Reduzierung der Abhängigkeit von Rohstoffsupermacht China sehen.
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