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Setzen Sie langfristig auf Rohstoffe!

gepostet am vor 2 Tagen

Das Umfeld der Börsen hat sich in den letzten Wochen nicht geändert. Analysten fällt es nach wie vor schwer, ein klares Bild zu zeichnen und deutliche Anlageempfehlungen zu formulieren. Sollten Sie, geschätzte Anleger, angesichts der uneinheitlichen Entwicklungen bei uns und international Kursrückgänge für den weiteren Aufbau Ihrer Portfolios nutzen?

Solchen Empfehlungen mag ich nicht folgen. Im Gegenteil, ich würde Ihnen vorzugsweise zumindest zum teilweisen Abbau der klassischen Bestände raten. Vor allem sollte die Orientierung noch längerfristiger als bisher sein – das heißt – wer jetzt unter Berücksichtigung der nationalen und globalen Risiken in die Aktienmärkte investiert, sollte einen besonders langen Horizont mitbringen.

Alle Märkte sind jetzt gefährdet

Woher die zunehmende Skepsis? Es gibt keinen Markt und keine Region, die inzwischen nicht mehr wirtschaftlich und politisch gefährdet wäre. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten immer wieder die Risiken angedeutet. Die Turbolenzen nehmen aber fast täglich zu und sind nicht mehr greifbar. Im Grunde genommen ist nichts mehr auszuschließen, die Kriegsgefahren beschränken sich nicht nur auf einzelne Ländergruppen.

Selbst die USA mit ihrem wankelmütigen Präsidenten verheißt keine Sicherheit mehr. Aber abgesehen von den ausländischen Einflüssen, hat sich die Stimmungslage bei uns in Deutschland empfindlich verschlechtert. Der Kanzler steht unter Beschuss, seine Regierung wird möglicherweise in absehbarer Zeit abgelöst werden.

Schwierige Suche nach Stabilität

Gibt es überhaupt Teilgebiete der Finanzmärkte, die langfristig (langfristig sei hier besonders betont) mehr Stabilität versprechen? Ich bin ein alter Sympathisant der Rohstoffmärkte. Wir können davon ausgehen, dass selbst bei einer Verschärfung der weltwirtschaftlichen Krisenlage oder gar im Falle eines Krieges Edel- und Industriemetalle eindeutig besser abschneiden werden und damit den Investoren entsprechend mehr Sicherheit bieten.

Eine soeben veröffentlichte Studie von Global X Rohstoff-Trackers zeigt die Spannungen an mehreren Rohstoffmärkten auf. „Eine stärkere chinesische Nachfrage und zunehmende globale Angebotsrisiken haben zu einer Verknappung auf dem Kupfermarkt geführt. Sinkende Lagerbestände und die Preisstruktur am Terminmarkt deuten auf einen zunehmenden Wettbewerb um verfügbares Kupfer hin“, erläutert Roberta Caselli, Commodities Research Analyst bei Global X ETFs Europe.

Gleichzeitig stützen schwächere US-Konjunkturdaten die Aussichten für Gold und Silber. Im Nuklearsektor erhöhen neue Reaktorprojekte und der wachsende Strombedarf durch die Künstliche Intelligenz (KI) den Investitionsbedarf, während bei kritischen Mineralien der Aufbau widerstandsfähigerer Lieferketten vorangetrieben wird.

Kernenergie und Uran:

Der Uran-Spotpreis stieg im Juli um 1,8 Prozent, während Uranminenbetreiber und Hersteller von Nuklearkomponenten 9,6 Prozent verloren. Jüngste politische Vereinbarungen, Fortschritte bei der Entwicklung moderner Reaktoren, KI-bezogene Projekte und eine starke Kernenergieerzeugung untermauern die Attraktivität des Sektors für Anleger. Diese Entwicklungen könnten Investitionen in Reaktoren, die Uranproduktion und die Brennstoffinfrastruktur beschleunigen und damit die Nachfrage entlang der gesamten nuklearen Wertschöpfungskette stützen.

Kupfer und Basismetalle:

Der Kupferpreis legte im Juli um 3,6 Prozent zu. Eine stärkere chinesische Nachfrage, sinkende Lagerbestände und Produktionsrisiken in wichtigen Förderländern verschärfen die Angebotsknappheit. Lange Entwicklungszeiten schränken zudem das Angebot aus neuen Kupferminen ein. Gleichzeitig treiben Elektrifizierung, Stromnetze und Rechenzentren die strukturelle Nachfrage. Laut Global X könnte das bis 2035 zu einer potenziellen Versorgungslücke von 25 Prozent bei Kupfer führen. Langfristig schafft dies ein vorteilhaftes Umfeld für die Kupferpreise und etablierte Produzenten.

Gold und Silber:

Schwächere US-Konjunkturdaten haben die Aussichten für Gold und Silber verbessert. Zudem werden sie durch die nachlassenden Erwartungen an eine weitere Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank gestützt. Die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken verleiht insbesondere Gold zusätzlichen strukturellen Rückenwind.

Kritische Mineralien, Batterietechnologie und Lithium:

Die Konzentration des Angebots auf wenige Länder und kurzfristige Versorgungsengpässe beschleunigen Investitionen in widerstandsfähigere Lieferketten für kritische Mineralien. Neue Lithiumkapazitäten könnten jedoch kurzfristig zu Preisdruck führen. Gleichzeitig setzen Regierungen und Unternehmen auf internationale Partnerschaften, vertikale Integration, lokale Verarbeitung, Recycling und neue Projekte, um die langfristig steigende Nachfrage infolge von Elektrifizierung und Digitalisierung zu decken.

Zu guter Letzt

Misstrauen ist angesagt, liebe Leser! Beschäftigen Sie sich mit den Marktentwicklungen an den internationalen Rohstoffmärkten.

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