Jahreskapazität von 240 Tonnen Samariummetall geplant. Später sollen weitere Seltenerdelemente hinzukommen. Rohstoffe liefert der australische Seltenerdproduzent Lynas.
LS Eco Energy will in Vietnam in Ho-Chi-Minh-Stadt eine Produktionsanlage für Samariummetall bauen. Die Tochter des südkoreanischen Kabelherstellers LS Cable & System plant dafür Investitionen von umgerechnet rund 8,6 Millionen US-Dollar. Vorgesehen ist eine Jahreskapazität von rund 240 Tonnen Samariummetall, die Testproduktion ist für Dezember anvisiert. Später will das Unternehmen die Metallproduktion auf Dysprosium, Terbium und Neodym-Praseodym ausweiten.
Die vorgesehene Samariummenge reicht nach Unternehmensangaben für die Herstellung von jährlich etwa 700 bis 1.000 Tonnen Samarium-Kobalt-Magneten. Das Metall ist für die Magnetfertigung von LS Cable & System vorgesehen.
Strengere US-Beschaffungsregeln für das Militär als Hintergrund
Militär sowie Luft- und Raumfahrt zählen zu den wichtigen Einsatzfeldern dieser Magnete. Sie sind in der Regel temperaturbeständiger als die weit verbreiteten Neodym-Eisen-Bor-Magnete und werden etwa in Kampfflugzeugen verbaut. Mit der Investition reagiert LS Eco Energy nach eigener Aussage auf die geplanten strengeren Beschaffungsvorgaben für das US-Militär: Ab Januar 2027 dürfen Samarium-Kobalt-Magnete für das US-Verteidigungsministerium grundsätzlich kein Samarium oder Kobalt mehr enthalten, das in China abgebaut oder aufbereitet wurde. Die erweiterten Beschränkungen gelten auch für Neodym-Eisen-Bor-Magnete, Tantalmetalle und -legierungen sowie Wolframpulver und bestimmte Wolframlegierungen.
Die LS-Gruppe arbeitet bereits seit mehreren Jahren am Aufbau einer Wertschöpfungskette für Seltene Erden außerhalb Chinas. Das Land dominiert insbesondere die Raffination und Magnetfertigung. Anfang 2024 unterzeichnete die Konzerntochter LS Eco Advanced Materials Absichtserklärung mit dem deutschen Magnethersteller Vacuumschmelze zur Gründung eines Joint Ventures. Im März dieses Jahres kündigte LS Eco Energy eine Kooperation mit dem australischen Bergbaukonzern Lynas an, dem größten nicht-chinesischen Produzenten Seltener Erden. Lynas soll künftig Seltenerdoxide zur Weiterverarbeitung in der Fabrik in Vietnam liefern.
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