USA und EU stellen Absichtserklärung und Aktionsplan zu kritischen Rohstoffen vor
Die USA und die EU wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich kritischer Rohstoffe deutlich ausbauen. Dazu haben beide Seiten am Freitag in Washington, D.C. eine Absichtserklärung unterzeichnet. Diese sieht die Kooperation entlang der gesamten Wertschöpfungskette vor, von der Exploration bis zum Recycling. EU-Handels- und Wirtschaftssicherheitskommissar Maroš Šefčovič und US-Außenminister Marco Rubio stellten zudem einen Aktionsplan vor, in dessen Rahmen weitere Maßnahmen zur Stärkung der Lieferketten geprüft werden sollen. Dazu gehören unter anderem Subventionen zum Ausgleich von Preisunterschieden sowie Abnahmevereinbarungen, aber auch standardisierte Märkte.
Die Initiative erfolgt vor dem Hintergrund der zunehmenden Abhängigkeit des Westens von China bei den Rohstoffen wie Seltenen Erden oder Germanium. China dominiert nicht nur den Abbau, sondern vor allem die Weiterverarbeitung, und kann dadurch erheblichen Einfluss auf Preise und vor allem die Verfügbarkeit ausüben.
Die neue Partnerschaft ist daher als Versuch zu verstehen, ein Gegengewicht zu China aufzubauen und die wirtschaftliche Sicherheit zu stärken. Neue Lieferketten und die damit verbundene Resilienz dürften jedoch zu Preisaufschlägen führen, wie in dieser Woche der oberste Handelsbeauftragte der USA, Jamieson Greer, sagte. Dem gegenüber stehen jedoch die Kosten, die der westlichen Industrie drohen, sollte Peking den Export Seltener Erden noch stärker reglementieren. Die Internationale Energieagentur IEA beziffert diese in einer aktuellen Studie auf 6,5 Billionen US-Dollar.
Bereits im Februar hatte die US-Regierung Vertretern aus 54 Ländern und der Europäischen Union ihre Ambitionen zur Neugestaltung des Weltmarkts für kritische Rohstoffe vorgestellt.
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