Übernahme von Meteoric Resources könnte Produktion schwerer Seltener Erden außerhalb Chinas stärken.
Der Seltenerdproduzent Lynas will seine Ressourcenbasis vergrößern und plant die Übernahme von Meteoric Resources (PDF). Das ebenfalls australische Unternehmen kontrolliert das Caldeira-Projekt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Hierbei handelt es sich um eines der größten Vorkommen von Ionenadsorptionstonen. In diesen Lagerstätten sind Seltene Erden überwiegend an Tonminerale gebunden und können leichter herausgelöst werden. Zugleich ist die Konzentration schwerer Seltener Erden wie Dysprosium und Terbium relativ hoch. Derzeit ist die Produktion dieser Elemente stark auf China konzentriert. Die Verarbeitung des geförderten Materials würde in Lynas bestehender Raffinerie in Malaysia stattfinden, zudem soll geprüft werden, ob bestimte Stufen künftig in Brasilien angesiedelt werden.
Das würde zur neuen Rohstoffpolitik des Landes passen: Brasilien will gezielt mehr Aufbereitung und Weiterverarbeitung kritischer Rohstoffe im eigenen Land aufbauen und dafür zusätzliche Förder- und Finanzierungsinstrumente schaffen. Auf diese Weise möchte die größte Volkswirtschaft Südamerikas stärker von ihren Bodenschätzen profitieren, da sich mit weiterverarbeiteten Rohstoffen in der Regel höhere Erlöse erzielen lassen als mit dem Export unverarbeiteter Materialien.
Mehrere Interessenten für Material aus dem Projekt
Umgerechnet rund 670 Millionen US-Dollar will Lynas für Meteoric bezahlen, und zwar mit eigenen Aktien. Die Vereinbarung steht bereits, muss aber noch von den Meteoric-Aktionären, einem Gericht und den zuständigen Behörden in Brasilien genehmigt werden. Für Teile der geplanten Produktion gibt es allerdings bereits mehrere potenzielle Abnehmer, die am Aufbau nicht-chinesischer Lieferketten für Seltene Erden arbeiten, darunter Neo Performance Materials, Ucore Rare Metals und Posco. Auch auf Finanzierungsseite stößt Caldeira auf Interesse: Neben der US-Export-Import Bank führt Meteoric nach eigenen Angaben Gespräche mit brasilianischen und US-amerikanischen Förderbanken sowie weiteren strategischen Investoren.
Bei den geplanten Abnahmen handelt es sich bislang allerdings nur um Absichtserklärungen und nicht um endgültige, verbindliche Verträge. Ob und in welcher Form diese Vereinbarungen nach einer Übernahme durch Lynas umgesetzt werden, ist daher noch offen.
