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Afrikas Rohstoffe: Viel Potenzial, wenig Wertschöpfung

gepostet am vor 1 Stunde

Eine OECD-Studie zeichnet ein differenziertes Bild ausländischer Investitionen und beleuchtet die Hemmnisse für mehr Weiterverarbeitung vor Ort.

 Afrika verfügt über bedeutende Vorkommen kritischer Rohstoffe für Energiewende, Digitalisierung und Verteidigung. Bislang bleibt dieses Potenzial jedoch vielfach ungenutzt, zeigt eine OECD-Studie.

Zwar sind einige afrikanische Länder unter den führenden Produzenten einzelner Rohstoffe. So entfielen 2024 mehr als 70 Prozent der weltweiten Kobaltförderung auf die Demokratische Republik Kongo. Gabun und Südafrika zählen zu den wichtigsten Manganproduzenten, letzteres Land spielt zudem eine zentrale Rolle bei Platingruppenmetallen und Chrom. Ein großer Teil der Wertschöpfung entsteht außerhalb des Kontinents. Nur vier Prozent von Afrikas Exporten kritischer Rohstoffe entfallen auf höher verarbeitete Produkte.

China investiert in afrikanische Rohstoffe – aber sehr selektiv

China investiert seit Jahrzehnten in diesen Rohstoffreichtum. Dabei setzt das Land allerdings klare Schwerpunkte, wie die Studie zeigt. Wer China beim Mineneigentum in Afrika an der Spitze vermutet, dürfte überrascht sein. Unternehmen aus der Volksrepublik belegen hier nur Rang fünf, hinter den USA, Australien, Kanada und dem Vereinigten Königreich. Ihre Beteiligungen konzentrieren sich jedoch auf ausgewählte Länder und Rohstoffe: Von 79 afrikanischen Minen mit mindestens zehn Prozent chinesischem Eigentumsanteil lagen 2022 insgesamt 38 in der Demokratischen Republik Kongo und Sambia. Davon produzierten 35 Kupfer und/oder Kobalt.

Chinesische Unternehmen erwerben zudem bevorzugt Projekte, nachdem Vorkommen entdeckt wurden. Die Exploration übernehmen indessen vor allem kleinere und mittelgroße Unternehmen, die in Australien und Kanada börsennotiert sind.

Mehr lokale Wertschöpfung: Noch viele Hürden

Insgesamt sind ausländische Investitionen der OECD zufolge überwiegend auf die Rohstoffgewinnung ausgerichtet. Ein großer Teil der anschließenden Verarbeitung findet dabei außerhalb Afrikas statt. Für eine stärkere lokale Wertschöpfung müssten neue Investitionen in Exploration und Bergbau generiert sowie mehr Verarbeitung vor Ort ermöglicht werden.

Bislang stehen diesem Ziel allerdings diverse Hürden im Weg, darunter hohe Kosten, eine teils unzuverlässige Stromversorgung und fehlende Infrastruktur sowie Fachkräfte. Die OECD empfiehlt deshalb unter anderem regionale Verarbeitungszentren und bessere staatliche Rahmenbedingungen. Zugleich könnten ausländische Rohstoffkäufer in die afrikanische Industrie investieren. Ob afrikanische Regierungen ihre begrenzten öffentlichen Mittel zur Subventionierung der Rohstoffverarbeitung einsetzen sollten, stellen die Studienautoren hingegen infrage.

Zu der Studie: https://www.oecd.org/en/publications/critical-minerals-in-africa_53e5f664-en.html

 

Photo: da-kuk via Canva

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