Verfahren ist besonders energieeffizient; erste Anlage ihrer Art in Europa
Recycling gilt als ein wichtiger Baustein, um die Versorgung der europäischen Industrie mit kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden zu verbessern. Allerdings ist die Wiedergewinnungsquote in diesem Bereich bislang noch sehr niedrig. Die Hypromag GmbH, ein Tochterunternehmen des kanadischen Rohstoff-Entwicklungsunternehmens Mkango Resources, will dies ändern.
Am heutigen Dienstag wird im baden-württembergischen Pforzheim die neue Recycling- und Fertigungsanlage feierlich eröffnet, die erste ihrer Art in Europa. Künftig sollen dort gesinterte Permanentmagnete aus Seltenen Erden wiederverwertet und neu gefertigt werden. Grundlage ist eine an der Universität Birmingham entwickelte Technologie, die ein direktes Magnet-zu-Magnet-Recycling ermöglicht.
Dabei bleibt laut Hypromag die Legierung aus Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) erhalten und kann nach der Abtrennung von Rückständen wie Beschichtungen oder Klebstoffen erneut zu funktionsfähigen Magneten verarbeitet werden. Zudem sei das Verfahren deutlich energieeffizienter, so das Unternehmen – ein wichtiger Vorteil angesichts der hohen Energiekosten, die als zentrale Herausforderung für die Kreislaufwirtschaft gelten.
Ein entscheidendes Problem bleibt jedoch: Das benötigte Ausgangsmaterial muss in ausreichender Menge verfügbar sein. Zahlreiche ausgediente Elektronikgeräte fristen – etwa Mobiltelefone – ihr Dasein ungenutzt in Schubladen. Allein in Deutschland sind es laut Branchenverband Bitkom rund 167 Millionen Geräte. Bei durchschnittlich 0,21 Gramm Neodym pro Smartphone, wie die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) berechnet hat, ergibt sich zwar ein erhebliches Rohstoffpotenzial. Ein großer Teil dieses Materials gelangt jedoch nicht zurück in den Kreislauf.
Zudem handelt es sich dabei nur um eines von zahlreichen Anwendungsfeldern für Hochleistungsmagnete, deren Rückgewinnung insgesamt noch deutlich hinter dem theoretisch verfügbaren Potenzial zurückbleibt.
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