Bestehender Standort soll erweitert werden – langfristiger Abnahmevertrag geschlossen.
Der australische Bergbaukonzern Lindian Resources hat kürzlich eine Aufbereitungsanlage für Seltene Erden im kasachischen Stepnogorsk übernommen (PDF). Der Standort wurde zuvor von dem kasachischen Uranproduzenten Kazatomprom und dem japanischen Handelshaus Sumitomo genutzt, um aus Rückständen der Uranverarbeitung gemischte Seltenerdcarbonate zu gewinnen. Diese Produktion will Lindian im vierten Quartal 2026 wieder aufnehmen.
Zusammen mit dem französischen Seltenerdspezialisten Carester soll die Anlage außerdem erweitert werden (PDF), um die Trennung einzelner Seltenerdoxide zu ermöglichen. Carester liefert die Technologie dazu, eine Machbarkeitsstudie ist bis Ende 2026 geplant. Künftig sollen unter anderem hochreines Neodym-Praseodym-Oxid für die Magnetproduktion sowie ein Carbonatgemisch mit schweren Seltenen Erden erzeugt werden. Geplant ist eine Nennkapazität von 8.000 Tonnen Seltenerdoxiden (REO) pro Jahr. Einen Termin für die Inbetriebnahme der neuen Anlage nennt Lindian bislang nicht.
Abnahmevertrag und Vorkaufsrecht
Zugleich will Carester zunächst zehn Jahre lang 70 Prozent des in der neuen Trennanlage produzierten Carbonatgemischs mit schweren Seltenen Erden abnehmen. Wie viel Carester dafür bezahlt, soll sich an den erzielten Preisen für die daraus gewonnenen Seltenerdoxide orientieren; auch mögliche staatliche Mindestpreisregelungen werden berücksichtigt. Das Rohmaterial soll in Caresters im Bau befindlicher Raffinerie in Frankreich weiterverarbeitet werden. Zusätzlich erhält das Unternehmen ein Vorkaufsrecht auf 70 Prozent des gemischten Seltenerdcarbonats aus der bestehenden Anlage in Stepnogorsk.
Das Material für beide Anlagen soll teils aus Lindians Seltenerdlagerstätte in Malawi stammen. Für die Produktion schwerer Seltener Erden ist zusätzlich Material aus kasachischen Lagerbeständen vorgesehen. Das zentralasiatische Land besitzt große Vorkommen dieser kritischen Rohstoffe und will deutlich stärker von seinem Ressourcenreichtum profitieren.
Mehr zum Thema: Erst vor wenigen Tagen ist Carester auch eine Partnerschaft mit dem kanadischen Unternehmen Neo Performance Materials eingegangen, das in Estland Seltene Erden trennt und daraus Permanentmagneten fertigt.
Photo: TanyaZima, sansak@design via Canva

