Der australische Bundesstaat legt eine neue Strategie vor, um Genehmigungen zu beschleunigen und die heimische Weiterverarbeitung auszubauen.
Der australische Bundesstaat Queensland hat mit „Delivering Queensland’s Critical Minerals Future 2026–30“ einen neuen Fahrplan für seinen Sektor für kritische Rohstoffe vorgelegt. Projekte sollen schneller von der Exploration zur Produktion gelangen, um vor allem kleinere Bergbauunternehmen bei Kosten und Risiken zu entlasten. Zugleich sollen die Kapazitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette wachsen. Eine Grundlage bilden hier bestehende Anlagen wie die Zinkraffinerie in Townsville, die Kupferhütte in Mount Isa und die Kupferraffinerie in Townsville. Queensland will auch internationale Partnerschaften ausbauen und mehr Kapital aus den USA, der Europäischen Union, Japan und Südkorea anziehen. Finanziell flankiert wird die Strategie durch ein im Haushalt vorgesehenes Paket in Höhe von umgerechnet rund 101 Millionen US-Dollar.
Große und teils noch ungenutzte Rohstoffvorkommen
Queensland fördert bereits unter anderem Kupfer, Zink, Blei, Silber, Wolfram und Bauxit. Nach Einschätzung der Regierung verfügt der Bundesstaat auch über weltweit bedeutende Vorkommen von Seltenen Erden, Gallium und Germanium, kommerziell gewonnen werden diese Rohstoffe jedoch noch nicht. Neben der Förderung stellt vor allem die Weiterverarbeitung zahlreicher kritischer Mineralien einen Engpass dar, da China insbesondere diese Stufe der Wertschöpfungskette seit Jahrzehnten dominiert.
Zu den wichtigsten Vorhaben in Queensland zählt das Sandy-Mitchell-Projekt von Ark Mines im Norden des Bundesstaates. Die Mineralsandlagerstätte enthält unter anderem schwere und leichte Seltene Erden. Ebenfalls im Norden entwickelt Iltani Resources das Herberton-Projekt mit der Silber-Indium-Lagerstätte Orient. Bislang wird Indium weder in Queensland noch in anderen Teilen Australiens kommerziell produziert.
In Brisbane will RZ Resources eine frühere Mineralsandaufbereitungsanlage modernisieren, um künftig neben Titan- und Zirkonprodukten auch Seltenerdkonzentrate zu produzieren. Ein Teil der Kapazität soll anderen australischen Rohstoffunternehmen offenstehen.
Verarbeitungskapazitäten für mehrere Unternehmen
Ein ähnliches Modell verfolgt die Regierung mit der Queensland Resources Common User Facility in Townsville, die ebenfalls von verschiedenen Akteuren genutzt werden soll. 2023 nahm die Planung der Anlage konkretere Formen an (wir berichteten), inzwischen ist der Bau abgeschlossen. Mit dem australischen Rohstoff- und Batteriematerialentwickler Vecco steht der erste Nutzer fest, der Betrieb soll noch 2026 beginnen. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf Vanadium, eine Erweiterung auf andere kritische Mineralien wie Kobalt und Seltene Erden soll möglich sein.
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